Ein Paradies für Naturfotografen auf der Suche nach außergewöhnlichen Motiven. Während sich im Sommer die Küste mit Urlaubern füllt, zeigt sich Istrien im Frühjahr von seiner ursprünglichen Seite: Auf sonnenexponierten Felsen lassen sich Schlangen und Echsen beobachten – mit etwas Glück begegnen wir sogar der charismatischen Hornotter.
Nach Einbruch der Dunkelheit machen wir uns auf die Suche nach Skorpionen, die unter UV-Licht eindrucksvoll sichtbar werden, während Zwergohreulen durch die milden Nächte rufen.
Auf trockenen Wiesen treffen wir auf skurril wirkende Fanghaubenschrecken (Empusa fasciata) zwischen Zungenstendel und unterschiedlichsten Ragwurzarten.
Gemeinsam erkunden wir die außergewöhnliche Artenvielfalt Istriens – mit klarem Blick für Habitat, Verhalten und Bildgestaltung. In kleiner Gruppe, mit intensiver individueller Betreuung und dem Fokus auf durchdachte, eigenständige Aufnahmen.
30. April bis 3. Mai 2026
Beginn erster Tag 17:00
Ende letzter Tag 11:00
Nähe Rovinj, Kroatien
Details nach Anmeldung
Kleingruppe
min. 4 max. 6
890 €
exkl. Anreise, Unterkunft, Verpflegung und Transport
Im Frühjahr bieten die felsigen Küstenlandschaften ideale Bedingungen für Hornottern, Vierstreifennattern und Scheltopusiks. Auch Prachtkieleidechsen sind in geeigneten Habitaten regelmäßig anzutreffen. Mit etwas Glück begegnen wir zudem der Griechischen Landschildkröte. Im Fokus steht das gezielte Auffinden der Arten, das Verstehen ihrer Mikrohabitate und eine fotografische Umsetzung mit Respekt und Ruhe – vom klassischen Porträt bis zur Einbindung des Lebensraums.
Die unterschiedlichen Habitate sorgen auch für eine vielfältige Insektenwelt. Obwohl es für viele Arten noch relativ früh im Jahr ist, stehen die Chancen gut auf große Fanghaubenschrecken (Empusa fasciata), die bereits als Nymphe überwintert haben. Auch Stabschrecken können zu dieser Jahreszeit schon eine beachtliche Größe erreicht haben. In lehmigen Böden finden wir zudem die charakteristischen Eingänge von Solitärbienen, die sich fotografisch spannend umsetzen lassen. Und auch wenn sie systematisch nicht zu den Insekten zählen, möchte ich die Chance auf Rankenfußkrebse sowie – abhängig von den Niederschlägen – mögliche Urzeitkrebse nicht unerwähnt lassen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Skorpionen – sowohl bei Tag zwischen Felsstrukturen als auch nachts, wenn sie unter UV-Licht intensiv fluoreszieren. Gerade die nächtliche Suche eröffnet faszinierende fotografische Möglichkeiten. Darüber hinaus können wir auffällige Arten wie die orange gefärbten Männchen der Goldaugenspringspinne entdecken. Auch Luchsspinnen und Krabbenspinnen lassen sich in geeigneten Habitaten finden. Und auch wenn sie systematisch nicht zu den Spinnentieren zählen, möchten wir an dieser Stelle die eindrucksvollen Spinnenläufer und Hundertfüßer nicht unerwähnt lassen.
Die Zwergohreule stellt einen besonderen fotografischen Schwerpunkt dar. In den milden Nächten versuchen wir, sie anhand ihres charakteristischen Rufes zu lokalisieren und respektvoll zu fotografieren. In einem nahegelegenen Feuchtgebiet bestehen zudem Chancen auf Rallenreiher, Stelzenläufer und Silberreiher im Schilf. Entlang der umliegenden Wege kann uns außerdem die ästhetische Balkan-Grasmücke begegnen.
Allein in Istrien kommt eine außergewöhnlich hohe Anzahl an Orchideenarten vor, die sich in ihrer Erscheinung teils stark unterscheiden. Zungenstendel wirken auf den ersten Blick kaum wie typische Orchideen, und selbst innerhalb einer Ragwurz-Art zeigt sich eine bemerkenswerte Variabilität. Das gezielte Suchen und Fotografieren der oft drollig wirkenden „Ragwurz-Gesichter“ steht daher ebenso im Fokus. Nicht selten verbergen sich in den Blüten zudem Lauerjäger wie Krabbenspinnen – eine spannende Verbindung aus Pflanzen- und Tierfotografie.
Tag 1 – 30. April – Anreisetag mit Reptilien und Zwergohreulen
Wir treffen uns um 17:00 Uhr zu einem gemeinsamen Abendessen und lernen uns in entspannter Atmosphäre kennen. Direkt im Anschluss starten wir zur ersten Foto-Session.
Noch am selben Abend erkunden wir die felsige Küstenlandschaft – das Hauptgebiet für unsere Reptilienbeobachtungen. In der warmen Restwärme des Tages sonnen sich hier häufig Echsen und Scheltopusiks auf den aufgeheizten Felsen. Das Licht der untergehenden Sonne bietet ideale Bedingungen für natürliche, stimmungsvolle Aufnahmen. Gleichzeitig merken wir uns vielversprechende Stellen, die wir in den kommenden Tagen bei anderen Bedingungen nochmals gezielt aufsuchen können.
Nach Einbruch der Dunkelheit begeben wir uns auf die Suche nach Zwergohreulen, die wir anhand ihres charakteristischen Rufes lokalisieren. Die Fotografie erfolgt ohne Blitz, mit natürlichem oder sehr reduziertem Licht. Sollte es ruhig bleiben, finden wir in der Umgebung alternative Nachtmotive wie Skorpione oder Spinnenläufer.
Falls deine Anreise später erfolgt, ist das unkompliziert möglich – du kannst direkt zur Nacht-Session dazustoßen oder erst am nächsten Morgen beim Sonnenaufgang einsteigen. Klare Treffpunkte werden im Vorfeld kommuniziert.
Tag 2 – 1. Mai – Orchideenwiese, Reptilienwanderung & Fangschrecken
Der Tag beginnt früh mit einer Sonnenaufgangs-Session auf einer artenreichen Orchideenwiese. Zungenstendel, Ragwurzen und Knabenkräuter stehen im Fokus unserer Makroarbeit – mit weichem Licht, ruhiger Atmosphäre und bewusst gewählten Perspektiven.
Im Anschluss wandern wir durch ein abwechslungsreiches Schutzgebiet. Hier suchen wir gezielt nach Reptilien entlang felsiger Küstenabschnitte und offener Landschaften. Neben „klassischen“ Echsenarten hoffen wir auf Scheltopusiks, verschiedene Nattern und – mit etwas Glück – die Hornotter.
An einer Vogelbeobachtungshütte ergeben sich Chancen auf Rallenreiher und Stelzenläufer, zwei besonders spannende Arten für die Naturfotografie. Abhängig von den Niederschlägen der vergangenen Wochen könnten zudem temporäre Gewässer mit seltenen Urzeitkrebsen vorkommen.
Über Mittag ist eine längere Pause eingeplant – Zeit für Erholung, Datensicherung und Vorbereitung auf den Nachmittag.
Am späteren Nachmittag fotografieren wir in einem Areal mit historischen Ruinenfragmenten und offenen Freiflächen. Die Kombination aus Orchideen, strukturreichen Mauern und wärmebegünstigten Bereichen bietet vielfältige Möglichkeiten für kreative Bildideen.
Anschließend widmen wir uns einem sonnenexponierten Hügel mit idealen Bedingungen für wärmeliebende Arten. Hier suchen wir gezielt nach der außergewöhnlichen Haubenfangschrecke (Empusa fasciata), die zu dieser Jahreszeit bereits als große Nymphe unterwegs ist. Je nach Aktivität bleiben wir hier bis zum Sonnenuntergang oder wechseln für letzte Landschaftsaufnahmen an die Küste.
Tag 3 – 2. Mai – Ruinen, Karst & UV-Magie
Der Vormittag beginnt mit einer ausgedehnten Fahrradrunde durch abwechslungsreiche Landschaften mit besonderen Orchideenvorkommen und reptilienreichen Habitaten. Wir fahren langsam auf nicht asphaltierten Wegen und behalten die Umgebung stets aufmerksam im Blick – Schlangen oder Schildkröten können uns jederzeit begegnen. Je nach Aktivität und fotografischen Prioritäten passen wir die Streckenlänge flexibel an.
Über Mittag nehmen wir uns bewusst ausreichend Zeit für eine längere Pause. Essen, Datensicherung und Erholung stehen im Vordergrund, bevor es am Nachmittag erneut intensiv ins Gelände geht.
Am frühen Nachmittag arbeiten wir im Bereich einer historischen Ruinenanlage im Lim-Tal. Hier finden wir besonders viele Prachtkieleidechsen – die Männchen zeigen sich zu dieser Jahreszeit mit intensiv roten Flanken und leuchtend blauem Kopf. Die offenen Felsstrukturen bieten ideale Bedingungen für detailreiche Porträts ebenso wie für bewusst in den Lebensraum integrierte Aufnahmen. Auch Skorpione lassen sich hier mit etwas Glück bereits bei Tageslicht zwischen Felsen fotografieren.
Anschließend suchen wir angrenzende, sonnenexponierte Karsthänge gezielt nach weiteren Reptilien ab. Die Chancen auf Hornottern sind hier besonders gut, ebenso auf Smaragdeidechsen oder Scheltopusiks. Das strukturreiche Gelände erlaubt sowohl klassische Teleporträts als auch spannungsreiche Umweltkompositionen.
Zum späteren Nachmittag fotografieren wir an Aussichtspunkten mit Blick über das Tal und die fjordartige Küstenlandschaft. Hier bieten sich Panoramaaufnahmen oder kreative Langzeitbelichtungen mit ND-Filter an – das Zusammenspiel aus Licht, Linien und Geländeformen liefert starke grafische Elemente.
Nach Einbruch der Dunkelheit folgt eine gezielte UV-Session in den Ruinenbereichen. Zwischen Felsstrukturen beginnen Skorpione intensiv zu fluoreszieren – ein faszinierendes Motiv, das wir ruhig und konzentriert umsetzen.
Tag 4 – 3. Mai – Abreisetag mit Vogelbeobachtung, letzten Reptilien & Abschluss
Wer möchte, startet optional früh am Morgen in einer Beobachtungshütte im Feuchtgebiet. Je nach zuvor erkundeter Aktivität ergeben sich hier Chancen auf Wasservögel in ruhiger Atmosphäre – ideale Bedingungen für konzentrierte, reduzierte Aufnahmen im weichen Morgenlicht.
Anschließend widmen wir uns noch einmal gezielt den felsigen Küstenabschnitten oder einer Runde um das Schutzgebiet. Der Fokus liegt darauf, Arten nochmals bewusst zu fotografieren oder Motive umzusetzen, die wir in den vergangenen Tagen vielleicht noch nicht vollständig ausgereizt haben. Gerade am letzten Tag entstehen oft besonders durchdachte Bilder, weil Blick und Herangehensweise inzwischen geschärft sind.
Wie an den Vortagen arbeiten wir ruhig, aufmerksam und flexibel – abhängig von Temperatur, Aktivität und Licht. Unser Ziel ist nicht, möglichst viele Arten „abzuhaken“, sondern starke Bilder zu erarbeiten.
Der offizielle Workshop endet am späten Vormittag mit einem gemeinsamen Abschluss und Austausch.
Für Teilnehmer, die auf der Rückreise noch motiviert sind, besteht optional die Möglichkeit eines kurzen Stopps an einem bekannten Hornotter-Habitat entlang der Route – eine letzte Chance auf eine der charakteristischsten Arten der Region.
Online-Nachbesprechung & Feedbackrunde
Etwa 2–4 Wochen nach dem Workshop treffen wir uns zu einem gemeinsamen Online-Meeting. In dieser Session besprechen wir ausgewählte, von dir bearbeitete Bilder hinsichtlich Bildgestaltung, Aufnahmetechnik und Bearbeitung.
Du siehst dabei auch die Arbeiten der anderen Teilnehmer und erlebst, wie ein und dasselbe Motiv völlig unterschiedlich interpretiert werden kann. Dieser Perspektivwechsel schärft deinen Blick und unterstützt deine fotografische Weiterentwicklung.
Das Feedback erfolgt ehrlich, konstruktiv und in respektvoller Runde. Wenn du möchtest, gebe ich dir außerdem eine Einschätzung im Hinblick auf mögliche Wettbewerbseinreichungen.
Leistungen
Meine Leistung bezieht sich ausschließlich auf die fotografische Begleitung und Unterstützung vor Ort.
Anreise & Unterkunft
Lehrinhalt
Ausrüstung
Fotoequipment:
Blitze und zusätzliche Lichtquellen kann ich bei Bedarf zur Verfügung stellen – bitte vorab Bescheid geben.
Weiteres:
Voraussetzungen
Wir bewegen uns zwar meist langsam und mit viel Zeit für Motive, dennoch ist eine gewisse körperliche Grundfitness erforderlich. Bitte melde dich nur an, wenn du dich im Gelände sicher fühlst und dich realistisch einschätzen kannst.
Die Teilnahme erfolgt in Eigenverantwortung. Jeder Teilnehmer ist selbst dafür verantwortlich, sich sicher und möglichst risikobewusst in der Natur zu bewegen. Der Abschluss einer privaten Unfallversicherung wird ausdrücklich empfohlen.
Hinweis zur Naturbeobachtung
Wir arbeiten mit Wildtieren in freier Natur. Verhalten, Aktivität und Sichtbarkeit sind von Wetter, Jahreszeit und vielen weiteren Faktoren abhängig – daher kann das gezielte Auffinden einzelner Arten nicht garantiert werden.
Gerade darin liegt jedoch auch der Reiz dieser Reise: Istrien zählt zu den artenreichsten Regionen des Mittelmeerraums. Wer mit Offenheit für unterschiedliche Motive kommt, wird hier stets spannende fotografische Möglichkeiten finden – selbst dann, wenn eine geplante Zielart nicht erscheint.
Die Natur gibt den Rahmen vor. Wir lernen, mit ihr zu arbeiten – nicht gegen sie.
Arbeitsweise und Transparenz
Während des Workshops steht deine fotografische Arbeit im Mittelpunkt. Die Unterstützung bei Motivsuche und Bildumsetzung hat stets Priorität. In geeigneten Situationen fotografiere ich gelegentlich selbst – das kann eine zusätzliche Möglichkeit sein, Einblicke in meine Herangehensweise zu erhalten. Eigenständiges Arbeiten und das Entwickeln eigener Bildideen stehen jedoch im Vordergrund.
Gelegentlich entstehen während des Workshops auch Aufnahmen, die Teilnehmer bei der fotografischen Arbeit zeigen. Diese Bilder können für meine eigene Kommunikation verwendet werden. Falls du damit nicht einverstanden bist, gib mir bitte vorab Bescheid – selbstverständlich respektiere ich das.
Mit deiner Anmeldung sicherst du dir deinen Platz verbindlich durch eine Anzahlung von rund 30 % der Workshopgebühr über die Website.
Nach Zahlungseingang erhältst du eine ausführliche Informations-PDF mit allen Details zur Reise sowie Unterkunftsempfehlungen.
Der Restbetrag ist spätestens 30 Tage vor Workshopbeginn fällig (bei Anmeldung innerhalb von 30 Tagen ist der Gesamtbetrag direkt zu begleichen).
Der Workshop findet ab einer Mindestteilnehmerzahl von 4 Personen statt.
Mit deiner Buchung erklärst du dich mit den geltenden AGB einverstanden.